Zimmermann Material

Buch Tropenheimat


Zusammenfassung


Tropenheimat


Panama - Mexiko


Rudolf Zitzmann Verlag, Lauf bei Nürnberg 1930



In diesem Buch schildert WZ seine Ankunft in Panama und seine Wanderungen und Reisen durch Mittelamerika bis nach Mexiko.


Er wandert z.B. Durch Costa Rica bis nach San José über die Sierra de la Morte, ca 14 Tage lang, durch Urwaldgebiete, mit ca. 24 kg Rucksack. Er trifft deutsche und Schweizer Siedler. Er schlägt sich mit einigen Brocken Spanisch durch, er schläft oft im Freien, auch im Urwald. Er besteigt mehrere Vulkane.

Er empört sich über die europäischen Eroberer, bewundert sie aber auch. Er schätzt die echten Indios und erregt sich über Niedertracht von Menschen.


Grösste Begeisterung rufen bei ihm Guatemala und Mexiko hervor. Die Mayas machen ihm grossen Eindruck, und zwar sowohl die historischen Mayas als auch die zeitgenössischen. Beim Anblick von Maya-Kunst erkennt er, dass er selbst der Schönheit zu wenig Raum gelassen hat.


„Viele Jahre hatte ich mein Schaffen vorwiegend der Leitung des nüchternen Verstandes unterstellt. Erst das Nützliche! - Für das Schöne waren die Zeiten viel zu ernst….

Und das rächte sich….Aus diesen Ketten musste ich mich herausreissen. Die „andere Seite“ musste Licht und Sonne bekommen…..“


Viel mehr davon auf S 174 ff.


Ein anderes Schlüssel-Erlebnis findet man auf S. 212, wo er erstmals in einer christlichen Kirche sich dem Ritus hingeben kann.


Er begegnet einigen sehr beeindruckenden Persönlichkeiten, die in der Fremde zu sich gefunden haben.


WZ hat das Buch einige Monate später in den USA geschrieben, als er in den USA die Zeit dafür fand. Er setzte dann seine Reise fort in Richtung Kanada, Japan, China usw. (s. Weltheimat)


Tropenheimat ist noch während der Reise, 1930, herausgekommen, währen „Weltheimat“ erst 1937 erschienen ist. Das letztere scheint mir griffiger, besser recherchiert. Tropenheimat scheint mir sehr spontan aus dem Prozess heraus geschrieben.


Sehr viele Erlebnisberichte.


Ab und zu kommt seine persönliche Geschichte vor: Die Trennung von seiner Partnerin (Vreni). Die Reise ist auch eine Flucht aus dieser persönlichen Geschichte, und vielleicht auch eine Flucht aus seinen politischen Aktivitäten in der Schweiz. Das wird nicht ganz deutlich. Diese Aktivitäten werden nirgends erwähnt.

In Mexiko gibt es dann das interessante Gespräch, das ich an anderer Stelle schon dokumentiert habe - über seine Lebensfreude und Lebenslust.

Buch Weltheimat


Zusammenfassung


Weltheimat - Erlebnisse in Kanada und Asien


Rudolf Zitzmann Verlag, Lauf b. Nürnberg, 1937


……………….


Zweiter Teil der zweijährigen Weltreise 1929 - 1931


Kanada, Hawaii, Nippon, China, Philippinen, Java und Bali, Indien, (Ägypten und Palästina).


In Kanada steht die Schilderung der Hutterer und der Duchoborzen im Mittelpunkt. WZ äussert sich kritisch über die Hutterer, die er als überangepasst, übertraditionell empfindet. Er ist aber begeistert von den Duchoborzen, ihrer Wirtschaftsordnung der Grosszügigkeit, ihrer Freiheit in der Liebe (?).

Duchoborzen zahlen keine Steuern, verweigern den Kriegsdienst. Sie waren vorher in Russland, wurden dort vertrieben. Ankunft in Kanada 1899, mittellos. Kanada bot ihnen Boden, stellte aber bald die Bedingung, dass sie Bürger würden und damit Kriegsdienst leisteten.

Führer: Peter Verigin und später sein Sohn.

Wirtschaft: Jeder zahlt 40 Taler im Jahr an die Gemeinschaft.

Mutter und Kind werden versorgt. Keine Zinsen, keine internen Geldgeschäfte.


Gespräch mit dem „Alten“ über Religion.


Inniges Liebesglück. Keine Heirat. Abgebauter Staat. Vegetarier. Kinder wachsen gemeinsam auf.


Besuch beim Einsiedler Hermann Gesell, dem Brucher Silvio Gesells.



In Hawaii Begegnung mit Samoanern


Auf dem Schiff nach Japan wird WZ zu einem Vortrag gebeten, den er leidenschaftlich hält. Dies führt zu einer Einladung für Vorträge in Japan.


Nippon


Am wichtigsten ist die Begegnung mit Obara und der Tamagawa-Schule. Er arbeitet dort als Lehrer für 40 Tage. Obaras Philosophie wird ausführlich geschildert. Eindrücklicher „Geist Pestalozzi‘s“


Obara als „wahrer, gleichwertiger Bruder“. 


Begegnung mit der schönen Tokuko, Wanderung, kleine Liebesgeschichte. Wichtiger Punkt in der Biographie von WZ, als er keine Beziehung eingehen will. Ergreifende Liebesbriefe von T.

WZ sucht eine gleichberechtigte Frau, die er nicht findet.

Begegnung mit dem Schinto-Priester; Weihe des Schinto-Priesters für die beiden.


Er hält ihr Vorträge über Mann-Frau.


„Es brauchte eine innerlich sehr selbständige Frau, einem Manne, den das Schicksal zum Kämpfer bestimmt hat, Gattin und seinen Kindern Mutter zu sein.“        S. 151


„Daher versuchte ich vor allem, zu erkennen, welche Konstruktionsfehler unsere Wirtschaftsordnung aufweist.“...S. 160


Im folgenden eine Kurzbeschreibung seiner Wirtschaftstheorie (die ich immer noch nicht verstehe, hihihi).


China liegt ihm nicht so nah wie Japan. Trotzdem gibt es einige sehr schöne Stellen über das Tao, die chinesische Philosophie und Kunst.


„Aber hinter dieser Zweiheit (des Yin und Yang) ist noch eine tiefere Einheit, diese ist der Sinn der Natur und das Wesen allen Lebens, sie ahnend erleben wäre das höchste Ziel allen Denkens und alles Schauens der Weisen. Der Chinese hat sie mit dem uralten Geheimniswort des T a o bezeichnet. T a o, der Sinn und der Weg, ist lange schon vor Lao-tse und Kung-tse das tiefste Wort, in dem alles Ahnen und alles Erkennen verborgen liegen. Tao ist auch das tiefste Geheimnis der Kunst. Die vollkommene Kunst ist wie die Natur: so muss sie auch im Tao verankert sein…

Das Eindringen in die Leere ist das Einswerden mit dem Tao…


  1. S.180


Mongolen


Philippinen


Dr. José Rizal wird als Held gefeiert, gegen die Kolonisation. Rizal ist Malaie. Wird Dichter. Geheimbund. Wird verhaftet und umgebracht.

Grosse Leidenschaft WZs gegen die Kolonialherren, für die indigenen Völker. Er fühlt sich wohl mit den Einheimischen, verurteilt die Europäer.


Bei einem philippinischen Gastgeber:


„Da haben wir sie wieder, die Verwirrung und Zwiespältigkeit des Christentums. Du weisst, dass ich kein Christ bin, dass ich keine dogmatischen Lehren als solche anerkenne. Ich finde aber tiefe Weisheit besonders auch in den Auffassungen, die Christus zugeschrieben werden…

Dein wahres Selbst - du kannst auch sagen, Gott - kann nur durch dich selbst, in deiner stillen Stunde zu dir sprechen.“

208


Zum Geigenspielen:


„Da fällt mir ein, wie ich das im Kleinen an mir erlebt habe. Ich spiele etwas Geige, habe aber viele Jahre nie eine in den Händen gehabt. Als ich dann wieder einmal zu einer griff, da sagten solche, die mich früher gehört hatte: Du spielst ganz anders, viel besser als früher! - Die Ursache? Ich bin unterdessen gewachsen, meine Seele ist gelockert, gelöst - und so ist es ohne Weiteres auch jeder Ausdruck der Seele: Musik, Schreiben, Kunst jeder Art.

Siehst du, es ist ganz gleichgültig, was du tust - wenn du es aus ganzem Herzen tust…

210


Java


Boro-Bodur als das grösste Kunstwerk der Weltgeschichte. (Buddhistisch)


Bali


Ergreifende Schilderung der Begegnung mit einer Menschengruppe, der er sich anschloss in Richtung Ubud.  Er spricht schwyzerdütsch mit ihnen…Barfuss-Philosophie:


„Schon gehöre ich zu ihnen. Barfuss gehe ich ohnehin schon den ganzen Weg. Das tue ich meist überall da, wo die Menschen es auch tun. Heisse Steine, kühle Erde, glucksende Bächlein: in wonnigem Wechsel erlebt der Fuss, der Leib, der Mensch die innige Verbundenheit mit Mutter Erde, bei jedem Schritt.“


Teilnahme an einem Tempelfest. Er wird in ein Haus zum Wohnen eingeladen.


„Welch innige Zartheit und Güte! Wie viel Herz und Seele für einen wildfremden Menschen, den sie sich von der Landstrasse, vom Dorfplatz holten! Für einen Andersrassigen! Für einen Weissen!

  1. S.226


Schilderung eines Trance-Schwerttanzes und eines Schattenspiels.


„Auf Bali schreiten die Frauen freien Leibes daher, königlich aufrecht die Last auf stolzem Haupte tragend.“

S. 227


Begeisterung über das balinesische Lächeln, die Freundlichkeit


Ein Abschnitt über balinesische und Südsee-Erziehung; Zitate aus Margaret Mead.


Indien


Die Ashrams von Rabindranath Tagore (Santiniketan) und Mahatma Gandhi (Samarti).


Edles Künstlertum bei Tagore. Aber für WZ zu wenig gesellschaftliches Engagement.


Völlige Hingabe bei Gandhi: Um 4 aufstehen, jeden Tag eine Stunde spinnen fürs Vaterland.

Gandhi geht auch im europäischen Winter in Sandalen und mit nackten Wadeln. Er will das so lange tun, bis es in Indien und auf der Welt keine Armut mehr gibt. Das macht dem Asketen-Herzen von WZ Eindruck.

Schilderung der Zugfahrt in der Schweiz mit Gandhi, des Salzmarsches usw.


Auseinandersetzung mit Santinitekan und Sabarmati:


„Und doch: ist nicht vielleicht, zur Entspannung, als schöpferische Pause auch Schönheit, Freude an sich, die keinem bestimmten ,Zweck‘, wie Ernährung, Bekleidung, Fortpflanzung, Verinnerlichung dienen will, vor Gott ,gerechtfertigt‘? Ein kindliches Hüpfen und Lachen? Eine tänzerische Leichtigkeit?“

242


Gandhi‘s Lachen und Humor.


Sein vernichtendes Urteil über die Christen.


Besitzlosigkeit als Prinzip.


Verhaftung Gandhis und seiner Getreuen bei der Rückkehr nach Indien.


Frühere Blüte Indiens im 18. Jahrhundert; Schäden der Kolonialisierung durch GB.


Benares.


Solidarisierung mit den Gandhi-Freunden; Geschenk der Mütze, peinliches Geld-Geben an den Jungen.


Bad im Ganges, Trinken des Wassers, Weihe durch einen Sadhu: 


Der Hindu tritt zu mir, taucht einen Finger in den roten Brei und will mir einen Punkt auf die Stirn drücken….

Doch nun macht mir der Mann eifrig klar, es handle sich nicht um ein Kastenabzeichen, ich habe doch diesen Morgen im Ganges gebadet, mich gereinigt und gesammelt, und dies nur möchten diese Zeichen bekräftigen.

Da lasse ich es geschehen…

Mein Dünkel des wissenschaftlich gebildeten Europäers und mein kindischer Trotz gegen jede Kulthandlung fallen in sich zusammen... Dem Unnennbaren, dem Unbeweisbaren, dem flutenden Ewigen vermag ich mich wieder hinzugeben. Sie Seele der Welt, sie strömt mir wieder.

281


Heimkehr


Der Schmerz um einen Menschen hat einst geholfen, mich wegzuführen…

So stehe ich in kalter Winternacht vor meinem Heim. Der Schnee ist trocken von prickelnder Kälte. Leise gehe ich hinab ins Bootshaus. Weniges Heu liegt hier. Froh wühle ich mich hinein. Müde und glücklich schliesse ich die Augen, und die Seele meiner Heimat hält mich warm.


285, Schluss


Liebet eure Feinde


Aufbau, Erlebnisse und Vorträge in Deutschland 1946/47

Fankhauser Verlag 1948


Dieses Buch hat mich bisher am meisten berührt. WZ schildert seine Reisen und Vorträge im Nachkriegsdeutschland. Er musste zahlreiche bürokratische Hindernisse überwinden, musste sich vorbereiten wie auf eine Urwaldreise.

Seine edle Gesinnung führt ihn dazu, die guten Seiten der Deutschen hervorzuheben, und auch auf die schlechten Seiten der Gegner hinzuweisen.

Er berichtet davon, wie er in Dänemark auf deutsch eine Fahrkarte für die Fähre wollte, aber barsch abgewiesen wurde. Erst als er zu erkennen gibt, dass er aus der Schweiz sei, gibt es plötzlich Fahrkarten. Er bewertet dies (und andere solche Vorkommnisse) als eine Art umgekehrten Rassismus.

In der ganzen Aufregung und Irritation der Nachkriegsjahre erscheint WZ als ein neutraler und wohlmeinender Kommentator. Seine Vorträge sind sehr gefragt, da er den Menschen  Mut gibt.

Auf dem Hohentwiel ist ein durch das französische Militär abgezäuntes Gelände; dort soll er einen Vortrag halten. Aber es sind nur Menschen mit vorher abgestempeltem Pass zugelassen, und das sind nur einige Dutzend. Noch etwa 1000 Menschen warten vergeblich auf Einlass.

WZ wartet im Inneren des Geländes mit den wenigen und nimmt wahr, wie allmählich aus den Gebüschen immer mehr Menschen sich hereinschleichen. Sie haben die Lücken in den Zäunen gefunden, und am Schluss sind es tatsächlich gegen 1000.

WZ hält seinen Vortrag barfuss. Hinter ihm steht der französische Offizier. Trotzdem nimmt unser Held kein Blatt vor den Mund und äussert frei, was er von den Besatzungsmächten hält. Er wird nicht behindert.

Der Barfuss-Prediger im Angesicht der Militärmacht; ein köstliches Bild.


Eine der dichtesten Stellen: WZ wird gefragt, ob er in einem Internierungslager für ehemalige SS-Leute sprechen kann. Er verweigert zunächst, traut es sich nicht zu. Schliesslich wagt er es doch und steht einer schweigenden Wand der Ablehnung gegenüber. Schliesslich bricht das Eis (Beispiel mit dem Hund), und es wird ein grosser Erfolg.


Seine Grundüberzeugung:

Deutschland hat der Welt viel gegeben in seiner Kunst, Philosophie, Musik usw. Es hat eine geistige Berufung. Diese Berufung kann selbst durch die Hitler-Zeit nicht zerstört werden. Vielmehr ist die Katastrophe sogar eine besondere Chance, zum Kern und zur eigentlichen Bestimmung zu finden.


Es gibt auch ein spannendes Kapitel über die Schweiz, in dem er seine Hochinterpretation der Schweiz bringt, das weisse Kreuz im roten Feld als Friedenszeichen auslegt, und vieles mehr.


Stichworte:


Bezug zu Schiller/Tell 6/ Urwald Deutschland 10/ Hohentwiel 20/ Geschichtliches bis Stalingrad 39/ Geistige Wahrheit jenseits des Geldes 62/ Die Schweiz hat das letzte Wort 62/ Freiwirtschaft 85/ Sozial-Ordnung 88/ Freiwirtschaft und trotzdem Wichtigkeit der persönlichen Entwicklung 125, 126/ Gandhi 134/ Mutterlohn 142/ Vortrag vor SS-Leuten 160/ Goethe-Gedicht „Feiger Gedanken“ 163/ Freiwirtschaft einfach 194/ Deutschlands hohe Berufung 202/ Aufruf für neue Lösungen 203/ Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit nach Steiner 204/ Unrecht des Zinses 206/ General McArthur: Aufbau in Japan 210 ff/ Obara

212/


Werke über Schuldfrage von Karl Jaspers und Constantin Silens: Irrweg und Umkehr


Zitate:


Zuteilung von Lebensmitteln bekomme ich keine und will ich auch keine. Schwer bepackt reise ich ein, mit leerem Rucksack wieder aus. Viele Monate vorher gehen Liebesgaben an alle Freunde, bei denen ich voraussichtlich wohnen werde. Hartes Lager ist mir Bedürfnis, den warmen Schlafsack trage ich immer mit. Reisen nach Deutschland wollen vorbereitet sein wie Vorstösse in Urwald und Wildnis. 10


Vortrag in Hohentwiel:


Immer wieder fliegen die Blicke der Deutschen und der Schweizer ängstlich über mich hinweg, zum Gesicht des Mächtigen hinter mir - doch ungehindert lässt er mich alles sagen, der ich barfuss auf der mütterlichen Erde stehe, das Haupt frei zum Himmel erhoben. Mensch unter Menschen! Wie lächerlich und hilflos wirkt da die geballte Faust! Zaghaft sinkt sie nieder, und die Finger lockern sich, wie erlöst. Der Mann soll nachher erklärt haben, der Vortrag habe ihm grossen Eindruck gemacht.  21


Hitler war legal zur Macht gekommen, und alle Staaten der Erde anerkannten seine Regierung. Im Mai 1933 schloss der Vatikan ein Konkordat mit Hitler. Warum sollten da die Beamten, die Lehrer und manche gut gesinnten Menschen nicht mitmachen? Solches anfängliche Mittun ist begreiflich. Dazu kam später die bittere Notwendigkeit, mit seiner Familie, mit Frau und Kind irgendwie diese Jahre des Grauens zu überstehen. Das Gift des Erfolges aber, der bis in die ersten Kriegsjahre hinein, eigentlich bis Stalingrad mit unheimlicher Treffsicherheit alle Verheissungen des „grossen Führers“ zu erfüllen schien, konnte auf durchschnittliche Bürger überwältigend wirken. Hiess es nicht im Evangelium, man erkenne die Güte eines Baumes an seinen Früchten? Lag da nicht der Segen Gottes offensichtlich auf allem Tun dieses Mannes und rechtfertigte es?  39


Was hat denn die Schweiz besonders mit Gott zu tun? Kennt ihr die Fahne, ihr Wappen? Das weisse Kreuz im roten Feld? Und ihr rotes Schwesterkreuz im weissen Feld? Das Kreuz Christi, weiss, rein, geistig im roten Feld des Blutes, des Stoffes, der irdischen Welt? Soll dies nur ein Zufall sein? Ist es nicht vielmehr nur Ausdruck inneren Wesens und Wollens?  63


Gesell: Die natürliche Wirtschaftsordnung wird darum auf dem Eigennutz aufgebaut sein 81


Was ist somit das erste: die Änderung der sozialen Verhältnisse? Nein! Das erste sind Menschen, die eine solche Änderung fertig bringen! Immer ist der Schöpfer da vor seinem Werke! Immer beginnt die Wandlung innen und wirkt sich aus nach aussen!…

Zuerst kommt somit nicht die Durchführung der Freiwirtschaft oder sonst einer neuen Lösung, sondern die Bildung einzelner mitreissender Persönlichkeiten und ihr Zusammenschluss in Gemeinschaften geistigen Kampfes. 126


Goethe: ...Allen Gewalten zum Trutz dich erhalten,

Nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen,

Rufet die Arme der Götter herbei!


163


Also im Geldwesen bedarf es einer staatlichen Ordnung. Beim Boden gilt das gleich. Man kann nicht sagen, da soll sich jeder einfach Land nehmen, sonst sind wir sofort alles Land los und haben den Krieg aller gegen alle. Es bedarf einer ordnungsgemässen Verteilung des Bodens...Das sind die beiden Pfeiler, auf denen die Ordnung einer Wirtschaft ruhen muss: ein Geld, das eine feste Kaufkraft und einen dienenden Charakter hat, und ein soziales Bodenrecht, das jedem den Zugang zum Boden öffnet….Sozialisierung der Grundrente, die an die Mütter des Landes ausgezahlt wird, damit sie sich endlich ihren Kindern und deren Erziehung widmen können und Zeit haben für ihre wahrhaften Aufgaben. 194


Wenn Deutschland heute derart am Boden liegt, einen derart tiefen Fall getan hat, wisst ihr woher das kommt? Weil das deutsche Volk eine besonders hohe Berufung hat...202


Wer nach seinem Gewissen seine Kräfte einsetzt, ist dadruch ein gewandeltere Mensch. Er trägt den Kopf anders, er atmet freier, er wird gesünder, er hat wieder einen Inhalt inseinem Leben. Sogar das Wenige, das er noch zu essen bekommt, verdaut er besser, als wenn er keine Lebensaufgabe und nichts vor sich sieht.  203


Die Vielen erarbeiten für alle die Güter der Erde, und die Wenigen, die Gewaltigen des zinstragenden Reichtums, schöpfen dauernd für sich den Rahm von dieser Milch, sehr oft ohne eigene Arbeitsleistung. Die Wenigen verkommen durch Schmarotzerei, durch unverdiente Üppigkeit, die Vielen durch Arbeitsüberlastung und ebenso unverdienten Mangel. 207


Zitat Obara 1947: Zum Glück ist meine Schule im Kriege nicht verbrannt. Im April 1947 wird sie zur Universität. Von allen grossen frühern Schulen blieb nur die meine übrig, wegen ihres neuen, fortschrittlichen Geistes. Sie ist nun der Mittelpunkt der neuen Japanischen Erziehung.  213


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Die folgenden Texte sind unkorrigiert und ungefiltert - für besonders Interessierte

Buch Liebesklarheit


Eine Frucht aus Erlebnis, Erkenntnis und Tat, 1930 Rudolf Zitzmann


Geschrieben 1927


Von der Sexualhygiene zur Dreierbeziehung, von der Onanie bis zur gleichgeschlechtlichen Liebe - in diesem Buch behandelt WZ alles, was mit der Liebe zu tun hat. Er schildert auch eigene Erlebnisse, seine Befangenheit als junger Mann, und eine spannende „Liebes-Hilfe“, die er einer 17-Jährigen angedeihen lässt.

Offener Geist an allen Stellen; kein erhobener Moral-Zeigefinger, im Gegenteil: Die Türen zur radikalen Freiheit werden erneut aufgestossen, mit entwaffnender Ehrlichkeit.

Die wahre Liebe steht im Zentrum, die echte, die göttliche Liebe. Es ist ein Plädoyer gegen Formalismen, gegen die bürokratische, konventionelle Ehe. Ein Plädoyer dafür, jederzeit den eigenen Gefühlen zu trauen, ihnen zu folgen. Keine toten Beziehungen!

Das kann auch beinhalten, dass man sich nach einer Zeit verlässt und eine neue Beziehung eingeht, die lebendiger und erfüllter ist.

WZ spricht sich nicht für die Dreierbeziehung aus, er spricht sich überhaupt nicht für etwas aus. Er hält alles für denkbar, solange es ehrlich und lebendig ist, er verurteilt nichts. Er gibt sich aber als einer zu erkennen, der leichter nur eine Frau liebt.

Er lebt zu dieser Zeit mit Vreni zusammen am Brienzer See in Goldswil; das Seemätteli in Ringgenberg wird gebaut.

Wahrscheinlich ist das Buch inspiriert von der Beziehung zu Vreni, die auch vereinzelt vorkommt.

Ein oder zwei Jahre später haben sich die beiden getrennt, wegen eines anderen Mannes. Die Trennung ist für WZ sehr schwer, und nicht zuletzt deshalb begibt er sich 1929 auf seine grosse, zweijährige Weltreise über Amerika und Asien.


Am Anfang gibt es einige intuitive Stellen, die ich besonders geniesse:


Klarheit ist Ausdruck von Erlöstheit. Klarheit hat grosse Augen, wissend und staunend zugleich. Ihr Staunen aber umfasst alle Ewigkeit.

Klarheit hat feine Bewegungen, gross und gelassen. Sie hastet nicht, sie eifert nicht, sie zankt nicht. Und sie verteidigt sich nicht, da sie darauf nicht angewiesen ist. Sie steht nur da, in ihrer eigenen, in der ewigen Ruhe und Kraft, und man weiss nicht, ob sie ganz fein lächelt. Usw. 7


Ich war auch manch langes Jahr, da ich meine Sexualkraft abzuwürgen versuchte, Grübler und Pessimist und Zyniker...23


Ausführliches Kapitel über die Nacktheit. Er schildert sein Schlüssel-Erlebnis, als er in einer Gruppe von Freunden, in den Bergen, seine Hosen auszieht, um im Brunnen zu baden. Begegnung mit einem natürlich empfindenden Amerikaner in USA.


So flüchtete auch ich mich lange Zeit vor der Frau 64


Er spricht sich aus gegen das „Überwinden“ und sagt, dass der Mensch blühen soll wie ein Rosenstock 66


Wahrlich, die Mutter, der Vater, die der Welt einen strahlend revolutionären Menschen als Nachkommen hinterlassen, die tragen dadurch zum Aufstieg der Menschheit mehr bei, als wenn sie tausend Bücher schreiben oder in höchsten Ämtern sitzen! 96


Und oft kennzeichnet heute das kurze Wörtchen e-h-e ein Verhältnis, da zwei flache Laute, weder hoch noch tief, durch einen Seufzer miteinander verbunden sind. 98


Spannend das Kapitel „Bitte nie“, S 130. Es geht um Zärtlichkeit, die man nie erbitten soll.


Er über sich selbst:

Ich kann nicht zu gleicher Zeit zwei Menschen in ehelicher Liebe tief liebhaben. 140


Von mir kann ich sagen, dass meine gefährlichste Klippe immer noch der Trotz ist. 144


Liebes-Unterricht durch reife Frau, reifen Mann 185

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Karma-Vortrag von Werner Zimmermann


Auf dem Bild Werner Zimmermann, Elsi und Edi Fankhauser

auf der Terrasse des Lichthauses.

Leider funktioniert die Audio-Aufnahme nicht in allen Browsern, bzw. es dauert lang bis etwas kommt...Bitte um Rückmeldungen!

Vortrag von Werner Zimmermann


Sinnvoll leben bei Wachstum Null


Thielle 1975 - Zusammenfassung s. unten


Vortrag „Sinnvoll leben bei Wachstum Null“, 1975, gehalten in Thielle


Gedächtnisprotokoll (Ausschnitte)



Dieses Protokoll ist etwas flüchtig, denn ich hörte zwar den Vortrag, konzentrierte mich aber z.T. gleichzeitig auf andere Dinge.

Der Vortrag ist oben als Youtube-Film abgespeichert.


1. Grenzen des Wachstums


Am Anfang zieht WZ die Pflanzenwelt als Vergleich heran. Bäume wachsen nicht in den Himmel. Sie hören irgendwann auf zu wachsen - auch die riesigen Sequoia-Tannen in Kalifornien, die bis zu 100 m hoch werden.

Auch der Mensch hört auf zu wachsen mit ca. 20 Jahren, und das ist ein grosses Glück. Warum sollte also die Wirtschaft immer mehr wachsen? Was sollte das für einen Sinn haben?


Das Bevölkerungswachstum ist ein besonders drastisches Beispiel, vor allem in der dritten Welt. Bangla Desh hat 70 Millionen Einwohner auf einer Fläche, die dreimal grösser ist als die Schweiz. Dort gibt es eine Zunahme der Bevölkerung um ca. 3 % pro Jahr. Wo soll das hinführen?


WZ weist nach, dass es auch in der Wirtschaft Grenzen des Wachstums gibt. Während der Wirtschaftskrise in den 70er Jahren ist das Wachstum teilweise sogar zurück gegangen.


Er stellt die These auf, dass in der Zukunft das Wachstum bewusst gebremst werden soll, damit eine gesunde Entwicklung möglich wird.


  1. 2.Kampf gegen die Atomkraft


Am Schluss der ersten Hälfte des Bandes berichtet WZ von seinen Aktionen. An verschiedenen Orten der Schweiz sollen Atomkraftwerke gebaut werden: Kaiseraugst, Mühleberg usw.

WZ hört, dass in Mühleberg bereits gebaut wird, und begibt sich spontan dorthin. Er triff verantwortliche Mitarbeiter der BKW und fragt sie u.a.:


  1. -Und kommen denn da aus diesem hohen Schornstein, der geplant ist, radioaktive Substanzen heraus?

  2. -Das Aare-Wasser, das zur Kühlung verwendet wird, wird sich um ca. 10 Grad erwärmen. Wie ist das denn im Winter, wenn sehr wenig Wasser in der Aare ist?


Er bringt die Verantwortlichen in Verlegenheit und informiert sich in der Folge gründlicher über die Hintergründe der Atomkraft. Seine Zusammenfassung schickt er an Bundesräte und Nationalräte und auch an die BKW.


Einige Wochen später erhält er einen Anruf der BKW. Es wird ihm vorgeworfen, dass vieles in seinem Bericht falsch sei. Er vereinbart daraufhin ein Treffen mit einigen Verantwortlichen der BKW im Schweizerhof in Bern.

Es wird ihm nicht gestattet, Begleiter mitzubringen, daher kommt er allein zu einem Gespräch mit fünf Vertretern der BKW. Sie können ihm praktisch keine Fehler in seinem Text nachweisen. Daraufhin schreibt er erneut ein Protokoll über dieses Treffen, das er wiederum verschickt.


Nun wird die Presse aufmerksam, und WZ wird zu einem der bekannteren Atomkraft-Gegner.

In dieser Zeit werden Protest-Aktionen auf den Baustellen organisiert, mit Zelt-Dörfern und gewaltlosem Widerstand. Die Bevölkerung des Umlands solidarisiert sich mit den Protestierenden; die Bauern bringen ihnen Nahrungsmittel, usw.

Diese Proteste finden z.T. auch im Winter statt und erfordern einen beträchtlichen Durchhaltewillen der Beteiligten.


Im letzten Teil des Bandes äussert sich WZ ziemlich pessimistisch über die Weltlage und über die wirtschaftlichen Aussichten:


„Von allen diesen Seiten her ist es für mich eine Illusion, anzunehmen, dass wir rechtzeitig die Menschheit retten können, das muss ich offen sagen. Aber das hat nun an sich für mich gar nichts zu bedeuten, weil ich weiss, dass wir Menschen geistige Wesen sind. Und als geistige Wesen sind wir auf Erden nur auf einer Durchgangs-Stufe. Mit der Geburt kommen wir her, mit dem Tode gehen wir. Geburt und Tod betreffen nur den Körper, nicht uns als geistige Wesen. Was ist von da aus gesehen der Sinn des Erdenlebens? Wozu sind wir Menschen da?…“


Danach geht WZ auf die Pflicht des Menschen auf der Erde ein. Er sagt, dass wir einerseits nichts Materielles mitnehmen können nach dem Tod, dass wir aber dennoch unsere geistige Erbschaft mitnehmen. Für ihn ist das Leben auf der Erde wie eine Schule, die wir durchlaufen.



Er schliesst den Vortrag mit den Worten:


„Dadurch bin ich völlig unabhängig davon, ob ich scheinbar äusseren Erfolg habe. Das ist mir ganz gleichgültig.“


……………….


Ende von Seite 1, ab ca. 0:35: Kampf gegen Atomkraft, alleine nach Mühleberg.


1.25: Keine Hoffnung für die Welt angesichts der Probleme


1:30 Minuten: WZ ist gelassen in Anbetracht der Reinkarnation. Das irdische Gerümpel bleibt da. Wir nehmen alles mit, was wir geworden sind. Es geht nichts verloren.


Auf dieser Seite folgende Zusammenfassungen und Material:


Zimmermann- Zitate - Audios von zwei Vorträgen von WZ

Tropenheimat - Weltheimat - Liebesklarheit - Liebet eure Feinde

Zusammenfassung Vortrag „Wachstum Null“



Zitate von WZ - eine ungeordnete Sammlung


Freiwirtschaft


„Das Deutschland des Mittelalters, des 12. Und 13. Jahrhunderts, das die herrlichen gotischen Dome dem Himmel zu auftürmte, benützte ein Arbeitsgeld mit Motor. Die Münzen bestanden nur aus dünnem Blech von geringem Eigenwert. Man konnte sie leicht brechen. Sie hiessen Brakteaten. Mehrmals im Jahr prägte der Fürst sie neu. Sie mussten zu diesem Zwecke umgetauscht werden, sonst verloren sie jeden Wert. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Viertel oder ein Fünftel jedes eingetauschten Betrages als Steuer zurückgehalten, zur Deckung der Ausgaben des Fürsten, der Verwaltung. Es gab keine andern Steuern, ausser der Entschädigung für die Landbenützung.


Die volkswirtschaftliche Wirkung? Ein erstaunliches Aufblühen von Handel und Erzeugung, zinsloser Kredite, hohe Löhne, kurze Arbeitszeit, lange Ferien! Machte doch diese Steuer jede Geldhortung zu einem unfehlbaren Verlustgeschäft! So versuchte jeder, sein verdientes Geld so rasch als möglich wieder auszugeben. Dazu hatter er drei wirtschaftlich vernünftige Möglichkeiten:


  1. 1. Er konnte kaufen, was er brauchte.

  2. 2. Er konnte seine Schulden bezahlen.

  3. 3. Er konnte sparen durch Gewährung von Kredit.


Der Gläubiger erhielt keinen Zins. Er war froh, wenn er nach Jahren denselben Betrag Geld wieder zurück erhielt. Hätte er die Münzen als solche beiseitegelegt, wären sie in wenigen Jahren verschwunden gewesen als Steuer and den Staat gefallen.

Dieses dynamische Arbeitsgeld der Gotik schuf eine soziale Ordnung unbegrenzter Erzeugung ohne Krisen und Ausbeutung und ermöglichte und förderte eine wunderbare Entfaltung geistigen und kulturellen Lebens. Kathedralen inniger und stolzer Gläubigkeit wuchsen mit ihren schlanken, spitzen Türmen den Himmeln zu.


Könnte solch eine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Blütezeit auch heute wieder möglich sein? Gewiss!“


Aus: Kräfte der Mitte, S. 22.

Es folgt eine Schilderung des Alternativgelds von Wörgl, Österreich, 1932:


Im Jahre 1932 litt auch Österreich sehr unter der Wirtschaftskrise des Preisabbaues, der Deflation. Die Produktion war weitgehend lahmgelegt, die Arbeitslosigkeit wuchs täglich. Die Kleine Stadt Wörgl in Tirol war schwer betroffen. Doch sie hatte einen Bürgermeister, klein von Gestalt, doch wachen Geistes und tatfrohen Mutes: Michael Unterguggenberger. Er kannte Silvio Gesell und die Freiwirtschaft. So begann er seiner Stadt zu helfen. Er führte ein Notgeld ein. Ich hatte die Freude, durch öffentliche Vorträge etwas behilflich sein zu können.

Wie sah dieses Geld aus? Der Schilling von Wörgl hat auf der rechten Seite zwölf schmale Felder aufgedruckt, eines für jeden Monat des Jahres. Am Ende jeden Monats musste eine Steuermarke von einem Groschen (einem Hundertstel) auf das zugehörige Feld geklebt werden, sonst verlor die Note ihre Gültigkeit. Am Ende des Jahres wurden die alten gegen neue Noten eingetauscht, ohne weiteren Abzug.


Die Wirkung war genau gleich wie im Mittelalter. Alle Leute beeilten sich, mit ihrem Notgeld Ware zu kaufen, alte Schulden zu begleichen, zinslose Kredite zu gewähren, um der Steuerzahlung zu entgehen. So will es die menschliche Natur! Und wir haben Lösungen zu finden und durchzuführen, die bei allen Leuten wirksam sind, auch beim Durchschnitt und sogar bei Verbrechern, nicht bloss bei den wenigen Idealisten und Heiligen.


Wörgl konnte manchen Arbeitslosen wieder Arbeit und Verdienst geben. Es wurde eine Insel froher Erzeugung und sozialen Friedens mitten im weiten Meer der Krise und Hoffnungslosigkeit. Zeitungen in ganz Europa, sogar in Amerika berichteten über „Das Wunder von Wörgl“. Professor Irving Fischer von der Yale Universität, ein weltbekannter Volkswirt und Wissenschaftler - übrigens auch Vegetarier - schickte einen eigenen Beobachter nach Wörgl. Als er dessen Bericht erhielt, schrieb er in amerikanischen Zeitungen:

,Wenn wir in Amerika diese Art Geld einsetzen, so werden wir innerhalb von drei Wochen die Krise überwunden haben!“


  1. S.23


„Das ist eine grundlegend wichtige Einsicht: Auf geistigen Gebieten kann vom einzelnen Menschen nur das als Wahrheit betrachtet werden, was in seinem besten Innersten als solche empfunden, erlebt wird. Wirklicher Beweis liegt innen, nicht aussen. „


Monatsschrift Tau, Januar 1936, S. 2



„Ach, wie schwer hält es doch für uns, die Zwangsjacke materialistischer Dogmen, in der unsere Seele seit frühester Kindheit schmachtete, abzuwerfen! Wie sehnen wir uns nach Beweisen, dass wir wirklich mehr sind als blosse ,knarrende Maschinen‘! Dass wir seelenvolle Wesen sind, Persönlichkeiten, die auch nach dem Wegwerfen des für uns sichtbaren Werkzeugs ,Körper‘ weiterleben! Und wie teuflisch kritisch sind wir dann den beweisenden Tatsachen gegenüber!


Weltvagant, 229


...........


„Ich stelle zwei Gegenpole auf: Quellendes Leben und Starre der Besessenheit. Oder: Schöpferisches Tun und grübelndes Überlegen. Mir geht mein Lebensgenuss über alle Theorien, über alle Relativität, allen Pessimismus, alle Objektivität, ebenso über alles, was andere Menschen Optimismus heissen. Ich will, dass meine Kräfte strömen können, voll und harmonisch - und ganz ausgeben können sie sich am besten in Taten der Liebe, des Aufbaus…

Wie ist denn meine Einstellung? Mir geht nichts über meine Lust. Meine Lebensfreude stelle ich in jedem Fall über alle Theorien. Ich lasse mich lediglich von dem leiten, was mir die tiefinnerste Befriedigung, den höchsten Lebensgenuss verspricht. Das Leid brauche ich mir ja nicht holen - das bringt mir das Schicksal von selber, solange ich es noch nötig habe zum inneren Wachstum. Ich nehme es immer dankbar an…

Die Bekehrung von anderen liegt mir dabei ganz fern. Ich kann nur Mein Leben leben, niemals das der anderen. Ich kümmere mich nur so weit um die andern, als dies mir Freude macht.

Wichtig ist hier dieser Punkt: Die Freude meines Tuns ist unabhängig von irgendwelchem sichtbaren Erfolg, da sie keinen erwartet. Helfe ich jemand wirklich nur, weil mich dies innerlich befriedigt, dann kann mir diese Freue auch durch den grössten Undank des andern nicht mehr genommen werden. Enttäuscht kann ich bloss werden, solange ich noch kaufmännisch spekuliere bei meinem „Gutes-Tun“ und Vorteile davon erwarte…

Das Eigenartigste nun ist, dass solch grund-egoistisch klare Handlungsweise Wirkungen zeitigt, die eine oberflächliche Betrachtungsweise niemals erwarten würde. Sie, und nur sie, weckt zündende Begeisterung in andern Menschen. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“ - sehen Sie, alles Tun, das von bestimmter Absicht, von Erwartung sichtbarer Erfolge getragen wird, das also nicht aus dem eigenen inneren Bedürfnis nach schöpferischem Gestalten fliesst - ich könnte hier auch das Wort Liebe verwenden - alles berechnende Tun achtet den andern Menschen nicht als freie, selbstbestimmende Persönlichkeit, sondern versucht, ihn zu beeinflussen…

Ich weiss, ohne alles Nachgrübeln, dass ich auf dem für mich richtigen Wege bin. Und ich finde, dieses Leben ist ganz wunderbar schön.“


Tropenheimat, S. 284 ff.


„Ja, ich will arbeiten, aufklären, rufen Tag und Nacht! Das Geschick der Massen, der Völker, der Menschheit hängt von unseren Reformen ab. Bin ich nicht ein Schuft, träumend in der Welt herumzustreichen, wenn jede verlorene Minute die endliche Erlösung hinauszögert?“


Weltvagant, 198


Ein Medium sagt ihm:


Die Bewegung wird Erfolg haben, weil ihr Männer, die dafür arbeitet, von sehr entwickelten Führern geleitet seid. Ihr werdet die Völker und das Individuum befreien. Ihr wollt Freiheit für alles. Es ist eine gute Sache. - S. 228


Zimmermann kommentiert:


Diese Charakterisierung unserer Ziele in so schlagender Kürze ist eine Glanzleistung. ,Ihr werdet das Individuum befreien, wollt Freiheit für alles!‘ Das ist es ja gerade, was uns von allen ähnlichen Bewegungen auszeichnet und unterscheidet.


S. 228