Werner Zimmermann

Inhalt mit Begründung


Mit der Broschüre von 80 Seiten bringe ich Leben und Werk von Werner Zimmemann auf den Punkt: Seine Leidenschaft für eine neue Zeit, sein Eintreten für die Freiwirtschaft, seine lebensreformerischen Überzeugungen.

Ich schildere WZ auf seinen grossen Reisen und gebe einen Überblick über sein Leben.


Ich schildere WZ in seiner Jugend, seine Abenteuer, seine mystische Haltung und seine Gedanken über die Liebe. Ich skizziere anhand von Interviews die frühe Zeit des Geländes „Die neue Zeit“ am Neuenburger See in der Schweiz. Ich erzähle von den wichtigsten Erkenntnissen und Erlebnissen der grossen Reisen und bringe seine Philosophie in einen modernen Bezug.


Begründung


Viele der ursprünglichen visionären Impulse sind sowohl in der Öffentlichkeit als auch auf dem Gelände in Vergessenheit geraten. Sie haben ihre Aktualität nicht eingebüsst. Allerdings ist das Werk Zimmermanns sehr weitläufig: Manche seiner wichtigsten Erkenntnisse finden sich in Reisebüchern oder Zeitschriften.

Vor allem ist es sehr inspirierend zu sehen, dass die neuesten Philosophien in vielen Punkten mit den Einsichten Zimmermanns übereinstimmen.

Es gibt heute eine weltweite Gemeinschafts-Bewegung, die Öko-Dörfer. In diesen Gemeinschaften wird nach ganz ähnlichen Prinzipien gelebt wie in Thielle. Allerdings hat Thielle eine längere Tradition, so dass bestimmte kreative Gemeinschaftsformen hier schon selbstverständlich sind, die in anderen Gruppen erst mühsam aufgebaut werden müssen.

Die Broschüre will diese Zusammenhänge bewusst machen und somit die gemeinsame Philosophie stärken.

Gemäss zahlreichen neueren Philosophen sollten wir in der Gesellschaft vom Ich zum Wir schreiten, von der Isolation zur Verbundenheit, von der Disharmonie zur Harmonie. In Thielle sind solche Schritte schon gemacht worden, und die „neue Zeit“ ist spürbar. Das Wir kann erlebt werden und ist nicht blosse Theorie oder Wunschdenken.

Das kleine Werk wird zum 75-jährigen Bestehen des Geländes verfasst und ist im Frühjahr 2012 erschienen.

Probekapitel:



Liebesklarheit


Von der Sexualhygiene zur Dreierbeziehung, von der Onanie bis zur gleichgeschlechtlichen Liebe - in diesem Buch behandelt WZ alles, was mit der Liebe zu tun hat. Er schildert auch eigene Erlebnisse, seine Befangenheit als junger Mann, und eine spannende „Liebes-Hilfe“, die er einer 17-Jährigen angedeihen lässt.

Offener Geist an allen Stellen; kein erhobener Moral-Zeigefinger, im Gegenteil: Die Türen zur radikalen Freiheit werden erneut aufgestossen, mit entwaffnender Ehrlichkeit.

Die wahre Liebe steht im Zentrum, die echte, die göttliche Liebe. Es ist ein Plädoyer gegen Formalismen, gegen die bürokratische, konventionelle Ehe. Ein Plädoyer dafür, jederzeit den eigenen Gefühlen zu trauen, ihnen zu folgen. Keine toten Beziehungen!

Das kann auch beinhalten, dass man sich nach einer Zeit verlässt und eine neue Beziehung eingeht, die lebendiger und erfüllter ist.

WZ spricht sich nicht für die Dreierbeziehung aus, er spricht sich überhaupt nicht für etwas aus. Er sagt sehr eindringlich: Ich bin nicht dafür, ich bin nicht dagegen.

Er hält alles für denkbar, solange es ehrlich und lebendig ist, er verurteilt nichts. Er gibt sich aber als einer zu erkennen, dem es leichter fällt, nur eine Frau zu lieben.

Wahrscheinlich ist das Buch inspiriert von der Beziehung zu Vreni, mit der er zu jener Zeit am Brienzer See zusammenlebt, und die auch vereinzelt erwähnt wird.


WZ erzählt an verschiedenen Stellen, dass er es selbst in seiner Kindheit und Jugend schwer hatte mit der Sexualität. Seine Mutter vermochte ihn nicht richtig aufzuklären, und so vernahm er Realitäten auf der „Gasse“, in einer Form, die ihm nicht gut tat. Als junger Mann erlaubte er sich keine entsprechenden Gefühle oder gar Handlungen:


Ich war auch manch langes Jahr, da ich meine Sexualkraft abzuwürgen versuchte, Grübler und Pessimist und Zyniker…            S. 23


So flüchtete auch ich mich lange Zeit vor der Frau.         S. 64


WZ ist ein echter Anti-Spiesser, und die Über-Anpassung seiner Zeitgenossen gefällt ihm gar nicht. So äussert er sich über die Ehe:


Und oft kennzeichnet heute das kurze Wörtchen e-h-e ein Verhältnis, da zwei flache Laute, weder hoch noch tief, durch einen Seufzer miteinander verbunden sind.                                 S. 98


Ich finde es anregend, über diese Themen auch aktuell unsere Gedanken einzubringen. Daher gebe ich hier ein Gespräch zwischen Christina und mir wieder: (Fortsetzung im Buch)

Einleitung


Mit 26 macht er sich als „Weltvagant“ auf den Weg aus der engen Schweiz in die weite Welt. Seinen Beruf als Lehrer hat er nach sechs Jahren hinter sich gelassen. In Amerika verdingt er sich als Farmarbeiter.

Er, der abstinente Asket mit den hohen Ideen, schliesst Freundschaft mit rauen Gesellen, spielt ihnen nachts in der Bar klassische Musik vor, dass ihnen die Tränen kommen, und weiss nicht recht, wo er hingehört.


Zurück in der Schweiz hält er Vorträge und schreibt seine Bücher „Weltvagant“ und „Lichtwärts“. Seine lichtvollen Ideen ziehen Kreise und begeistern. Er ist auf einem goldenen Weg, wie er selbst im Buch „Weltvagant“ sagt: „Ich weiss, dass mir alle Dinge zum besten dienen müssen, dass ich den goldenen Faden nie verlieren werde.“


Wahrhaftig, er ist seinem goldenen Faden gefolgt sein ganzes langes Leben lang!


Wie ist Werner Zimmermann? Begeisterungsfähig, intelligent, visionär, willensstark, asketisch, freudig, unbeugsam, streng, weich, furchtlos, wissensdurstig, charismatisch, durchtrainiert, hager, humorvoll, ernst, liebes-sehnsüchtig, konsequent.


Sein jugendlicher Freund Edi Fankhauser will Zimmermanns Ideen in die Realität umsetzen und kauft schliesslich das Gelände „die neue zeit“. Die Zusammenarbeit mit Edi und Elsi und der Aufbau dieses Geländes wird ein Lebensthema.

Er liebt es, Berge zu besteigen, hohe Berge: Den Mount Shasta in Kalifornien, wo ihm ein Berglöwe begegnet, den Popocatépetl in Mexiko,  den Fuji-Yama in einer mystischen Ritual-Handlung in der Nacht bei stürmischem Wetter.


WZ hat drei Leben gleichzeitig gelebt mit all seinen Weltreisen und unaufhörlichen Aktivitäten. Es ist nicht möglich, all dies auf 80 Seiten zusammenzufassen. Daher will diese Broschüre nicht mehr als eine Skizze sein, die zu weiterer Lektüre anregt.


Was sind seine zentralen Themen?


- Die Mystik, also die Vereinigung mit Gott, der göttliche Mensch, der edle Mensch.

- Die Freiwirtschaft, d.h. die Befreiung der Gesellschaft mit wirtschaftlichen Mitteln.

- Die Lebensreform, also die Nacktheit, der Verzicht auf Genuss- und Rauschmittel, die Fragen der Liebe und die dazugehörende Philosophie.

- Die Mit-Begründung des Geländes „die neue zeit“ am Neuenburger See in der Schweiz.

- Der Kampf gegen die Atomkraft.


Im Ganzen: Die Philosophie und Verwirklichung einer neuen Zeit der Freiheit und Liebe.


WZ war gleichzeitig ein suchender und ein findender Mensch. Er hatte eine innere Sicherheit und ein Sendungsbewusstsein, die ihn durchs Leben führten. Gleichzeitig hörte er nie auf zu suchen und für seine Überzeugungen zu kämpfen.


Er hat mit sich gerungen und wurde zum Vorbild für eine ganze Generation. In seinem Hauptwerk „ICH BIN“ zeigt er, dass er so ziemlich alle relevanten philosophischen und theologischen Quellen gelesen hat; er erschliesst sogar neue Quellen, indem er z.B. bisher unbekannte Versionen des neuen Testaments aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Auf seinen grossen Reisen verbindet er sich intensiv mit andersartigen Kulturen. Gandhi, den er persönlich kannte, ist sein grosses Vorbild. Er ist radikal ehrlich, manchmal fast nicht zum Aushalten…

Seine Reisen und Vorträge in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg haben mich als Deutschen besonders bewegt und beeindruckt.


Werner Zimmermanns kosmopolitische, mystische und freiheitsliebende Weltsicht wirkt heute noch nach und inspiriert uns immer wieder neu.

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Roland Schutzbach: Werner Zimmermann, Pionier der neuen Zeit, Bern 2012


80 S., Preis: Spende ab 12.- Fr.

Bankverbindung Schweiz: Dr. Roland Schutzbach, Raiffeisenbank Ins, 3232 Ins, IBAN (Konto-Nr.): CH35 8083 3000 0052 9005 9 RAIFCH22, Clearing 80833, - Swift:  RAIFCH22 - Postcheque-Kto: PC-Nr. 25-5389-7